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Blaupause für nachhaltige Landschaften

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Informationen im Überblick

Projektart:

Konzeption, Entwicklung und Feldtest eines Bewertungsmodells (Blaupause) für mehr Nachhaltigkeit in Landschaftsräumen und die damit verbundenen Feld- und Datenwerkzeuge für unterschiedliche produktive Landnutzungen.

Ort:

Kolumbien         

Kulturen:

Bananen und Ölpalmen

Durchführungszeit:

Mai 2019 bis Juni 2021

Begünstigte:

Direkte Begünstigte sind Bananenproduzenten, andere Landnutzer sowie lokale Gemeinschaften und Regierungsstellen in der Gemeinde Zona Bananera im Magdalena Department, Kolumbien. Produktionsorganisationen, Warenhändler und -einkäufer sowie Zertifizierungsinitiativen werden ebenfalls davon profitieren, wenn sie die Blaupause zur Strukturierung und Überprüfung von Nachhaltigkeitsanforderungen auf Landschaftsniveau anwenden.

Geldgeber:

Der Innovationsfonds ISEAL, der vom Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unterstützt wird.

Partnerorganisationen:

Fundación Natura Colombia, AUGURA und der deutsche “eco.business Fund”      

 

Über das Projekt

Im Rahmen des Projekts wird eine Blaupause samt eines Modells zur effektiven Überwachung für die Entwicklung und Skalierung von Nachhaltigkeit in Produktionslandschaften entwickelt. Das Projekt wird in der Region Magdalena in Kolumbien durchgeführt, einem Gebiet mit großer Artenvielfalt in Flora und Fauna sowie hoher wirtschaftlicher Armut in örtlichen Gemeinden. Auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen (von kleinen Parzellen bis hin zu größeren Plantagen) werden vor allem Bananen angebaut und wachsen Ölpalmen.

Kolumbien ist der siebtgrößte Lebensmittelproduzent Lateinamerikas. Mit dem Friedensabkommen aus dem Jahr 2016 kehren nun Tausende von Kolumbianern in die ländlichen Gebiete zurück, aus denen sie während der Bürger- und Drogenkriege vertrieben worden waren. Dies bietet zwar die Möglichkeit, die Produktion und den Export von Agrarprodukten deutlich zu steigern, birgt aber auch das Risiko einer landwirtschaftlichen Intensivierung auf Kosten der natürlichen Ressourcen. Angesichts des Potenzials, dass viele Naturräume weniger widerstandsfähig gegen den Klimawandel sind und Ökosysteme deutlich geschwächt werden, wird die Entwicklung innovativer Ansätze zur Förderung einer nachhaltigeren Landwirtschaft in ländlichen Gegenden eine zentrale Rolle spielen.

Die Blaupause zur Identifizierung und Messung der Nachhaltigkeit von Landschaften besteht aus einer Reihe von Instrumenten, die vorrangige Fragen der Landnutzung, der Erfassung und Bewahrung natürlicher Ökosysteme und der Einbindung möglichst aller notwendigen lokalen Akteure umfasst. Zudem können Standardsysteme ihre Kapazitäten zur Stärkung widerstandsfähiger Landschaften anpassen und Wege zur Verbesserung landwirtschaftlichen Handelns im Dialog mit Farmern erschließen helfen.

Die Blaupause stützt sich auf definierte Nachhaltigkeitsziele und zu erwartende Ergebnisse, wird aber auch an viele Standardsysteme anpassbar sein. Es wird aus Indikatoren bestehen, die dazu beitragen sollen, erwartete Ergebnisse methodisch vereinheitlicht und transparent zu erfassen und zu bewerten. Dazu werden dem Finanz- und Agrarsektor sowie lokalen Regierungen Verifizierungsinstrumente und Werkzeuge zur Risikobewertung zur Seite gestellt. Diese Kombination von Elementen macht die Blaupause zu einem umfassenden Konzept, das flexibel eingesetzt werden kann. Es kann auch als Sprungbrett auf dem Weg zur Zertifizierung dienen.

Das Projekt schließt auch einen Beteiligungsprozess lokaler, regionaler und internationaler Akteure ein, die gemeinsam Ziele definieren und Schlüsselindikatoren zur Erfassung der Zielerreichung und für Fortschrittsbewertungen vorschlagen. Dazu soll ein Rahmenwerk für die Überwachung landschaftlicher Räume geschaffen werden, das verschiedene Datenerhebungs-, Darstellungs- und Verifikationsmethoden (GIS-basiert, standortspezifisch, etc.) kombiniert.

Die Blaupause bietet ein Werkzeug zum Vergleichen und Analysieren, wie die Inhalte von Standardsystemen die gewünschten Ergebnisse auf Landschaftsebene ergänzen. Es wird auch eine Reihe von Maßnahmen zum Aufbau von Kapazitäten geben, z. B. für die Nutzung der Blaupause als das Modell-Verfahren zur Bewertung von Nachhaltigkeit in Landschaftsräumen. Eine Toolbox wird helfen, die Reproduktion der Blaupause durch Standardsysteme und ihrer Partner zu steuern.

Ergebnisse

Die Blaupause soll langfristige Verbesserungen der Nachhaltigkeit in größeren zusammenhängenden Landschaftsräumen einer Region vorantreiben, sowohl innerhalb als auch außerhalb existierender Nachhaltigkeitsstandards. Sie wird die bestehenden Ansätze von Standardsystemen ergänzen, Risikoinstrumente für den Finanzsektor und Agrar-Unternehmen sowie Regierungen bereitstellen und die von den lokalen Interessengruppen vereinbarten vorrangigen Nachhaltigkeitsthemen und -ergebnisse widerspiegeln.

Das Endprodukt wird ein Mess- und Überwachungsmodell für die Nachhaltigkeit von Landschaften  sein, das verschiedene Ebenen und Stränge von z. B. Datenströmen zuverlässig integriert, einschließlich standard- und standortspezifischer Daten, die für die Nutzung und Anpassung an andere Landschaften und Landnutzungen taugen wird. Zusätzliche Instrumente werden den Nutzern helfen, Lücken und Risiken auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit zu erkennen und tatsächliche Bedarfe von Produzenten und Landnutzern zu bedienen, um letztlich nachhaltigere Landschaftsräume zu gestalten.

Darüber hinaus wird ein Überwachungsmodell veranschaulichen, wie eine Messung der Verbesserung hin zu mehr Nachhaltigkeit im Zeitablauf und auf verschiedenen Ebenen möglich ist. Die gesammelten und ausgewerteten Daten zeigen zudem, ob und in wieweit zertifizierte Produktionssysteme zur Nachhaltigkeit der Landschaft beitragen und werden es zertifizierten Produzenten und Unternehmen ermöglichen, Ansprüche gegenüber Käufern und Verbrauchern zu.

Die Blaupause wird ein praktisches Modell und Instrument sein, das für die Nutzung in anderen geografischen Regionen, Kulturen und Landnutzungssystemen durch andere Initiativen, Zertifizierungssysteme, Agrarunternehmen, Genossenschaften, Regierungsbehörden, Finanzinstitute und Einzelhändler adaptiert werden kann.

 

Dieses Projekt ist möglich dank eines Stipendiums des ISEAL Innovations Fund, das unterstützt wird von:

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