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Erhaltung der Artenvielfalt in Kenia

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Informationen im Überblick

Projektart:

Erhalt der Artenvielfalt

Ort:

Yala-Sumpf, Siaya County, Kenia

Landwirtschaftliche Kulturpflanzen/Viehhaltung:

Traditionelle Gemüsesorten, Fisch

Bereich:

17.500 Hektar

Durchführungszeit:

März 2015 bis August 2016

Begünstigte:

Lokale Gemeinschaften

Partnerorganisationen:

Nature Kenya, Kenya Institute of Public Policy Research and Analysis (KIPPRA), the National Environment Management Authority (NEMA), Kenya Wildlife Service, Kenya Forest Service, Water Resources Management Authority, Pathfinder International, Ministry of Environment, Natural Resources and Regional Development, Ministry of Water and Irrigation, the National Land Commission, the County Governments of Siaya and Busia, the National Museums of Kenya, People Living with Disabilities and members of the Yala Ecosystem Site Support Group

Spender/Geldgeber:

USAID-Planning For Resilience in East Africa Through Policy, Adaptation, Research, And Economic Development (PREPARED)

 

Über das Projekt

Die wachsende Nachfrage nach Land im Yala-Sumpf von Kenia hat dazu geführt, dass ein Teil der Sumpfgebiete in den Bezirken Siaya und Busia in andere Landnutzungsaktivitäten umgewandelt wurde. Die Hauptursachen für diesen drastischen Umbau sind die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen, Flächen für die menschliche Besiedlung und das Fällen von Bäumen für Brennholz und Bauwesen. Der Druck auf den Lebensraum Sumpf hat in den letzten Jahren durch internationale Unternehmen auf der Suche nach Ackerland insgesamt zugenommen.

Das wachsende Interesse an Yala-Ressourcen, insbesondere an Land durch Großinvestoren, bedroht das Überleben dieser wichtigen natürlichen Ressource. Häufig werden Entscheidungen über Landzuweisungen an neue Investoren ohne hinreichende Kenntnis über die ökologische Bedeutung der Sumpflandschaft für die Lebensgemeinschaft von Fauna, Flora und Mensch getroffen. Schwache Rahmenbedingungen für die Beteiligung von Akteuren und lokalen Gemeinschaften haben bei verschiedenen Gruppen letztlich zu erheblichem Misstrauen und Spannungen geführt. Weitere Herausforderungen sind die Auswirkungen der geplanten Dämme flussaufwärts, sinkende Wasserstände, Bodenerosion und Verlandung von Wasserbecken und Dämme sowie eine geringe landwirtschaftliche Produktivität.

In diesem Zusammenhang wurde das vorliegende Projekt zum Erhalt der Artenvielfalt konzipiert, um eine strategische Umweltbewertung (SEA) durchzuführen und einen Landnutzungsplan zu entwickeln, der mittels SEA als strategischer effektiver Rahmen für gegenwärtige und künftige Investitionen in das Yala-Sumpfgebiet genutzt wird. Darüber hinaus zielte das Projekt darauf ab, einen klaren faktenbasierten "Business Case" für die nachhaltige Bewirtschaftung des Yala-Sumpfes zu entwickeln, lebenswichtige Wildtierlebensräume wiederherzustellen und den Schutz insgesamt zu verbessern, teilweise mit Erträgen aus dem Programm "Payment for Ecosystem Services". Von Armut betroffene Menschen in der Umgebung des Yala-Sumpfes sollten zudem befähigt werden, ihre Lebensgrundlage zu verbessern.

Der "Business Case" für die nachhaltige Bewirtschaftung des Yala-Sumpfes wurde auf der Grundlage einer bereits bestehenden Ökosystemleistungsbewertung entwickelt. Nach eingehenden Analysen wurde empfohlen, dass die Landnutzungs- und Bewirtschaftungspolitiken und -pläne im Yala-Sumpfgebiet ein Gleichgewicht zwischen Entwicklung und Schutz finden müssen, um das sozioökonomische Wohlergehen der Anwohner zu verbessern und gleichzeitig die große Artenvielfalt zu erhalten und die Ökosystemdienstleistungen, die das Gebiet bietet, zu bewahren.

Insgesamt wurden 8.404 Hektar als gemeinschaftlich geschützte Flächen ausgewiesen, innerhalb derer 443,8 Hektar degradierte Flächen liegen. Durch die „Yala Swamp Ecosystem Site Support Group“ wurden in den betroffenen Gebieten 300 Hektar mit Papyrus wieder bepflanzt.

 
 

Ergebnisse

Das Projekt leistet bis heute einen Beitrag dazu, ein wichtiges Naturerbe der Menschheit auf lokaler und nationaler Ebene zu erhalten. Auf lokaler Ebene führte dies zur Schaffung einer ausgewogenen, langfristigen Vision für Yala und zur Unterstützung dieser Vision durch die Verwaltung und Ordnungsorgane vor Ort und die lokalen Gemeinschaften. Ziel war es, die Zukunft von Yala als Quelle für landwirtschaftliche Produkte und Arbeitsplätze, als Reservoir für natürliche Ressourcen wie Fisch und Papyrus, als Heimat für eine extrem große Vielfalt von Pflanzen und Tieren – von denen viele bereits weltweit in ihrem Bestand bedroht sind – und als Anbieter von Ökosystemdienstleistungen wie der Speicherung von Kohlenstoff zu sichern. Spezifische Änderungen wie die Schaffung von Fischteichen, die Verbesserung der Verarbeitungs- und Vermarktungsfähigkeiten von Papyrus, die Pflanzung von Bäumen und Bambus sowie die Ausweisung von gemeinschaftlichen Schutzgebieten, die alle langfristige positive Auswirkungen auf Mensch und Tier haben, wurden umgesetzt.

Am Ende der Umsetzungsphase verbesserte dieses Projekt die Mitwirkung bei der Entscheidungsfindung und die Lebensgrundlage der Gemeinschaft durch Fischzucht, durch Produktion und Verkauf hochwertiger Papyrusprodukte und durch touristische Angebote. Die Projektdurchführung beinhaltete eine integrierte Nachhaltigkeitsstrategie, bei der die Erträge aus einkommensschaffenden Aktivitäten an die einzelnen Begünstigten und die weitere Gemeinschaft aufgeteilt werden, auch um die Schutzarbeiten für das Gebiet zu unterstützen.  

Die begonnenen Aktivitäten laufen bis heute und weiterhin.

 
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